Dienstag, November 13, 2018

Erinnern an Francis Bioret

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13. April 2013: Der Literatur- und Theaterkurs der Oberstufe 1 erinnert an die Ermordung von Francis Bioret

Seit 1999 folgt der Künstler Michael Döhmann den Spuren des Franzosen Francis Bioret, unter der Nazi-Diktatur Zwangsarbeiter in unserer Stadt. Am 13. April 1945, kurz vor seinem 23. Geburtstag, wird er von der SS ohne rechtskräftiges Urteil auf dem Langenauer Marktplatz erhängt – nur wenige Tage vor der Befreiung durch die Amerikaner!

Im Laufe der Jahre reift bei einer ganzen Reihe von Langenauern das Bedürfnis, an diesen Mord zu erinnern. Ein Initiativkreis wird gegründet, und am 68. Jahrestag der Ermordung, dem 13.4.2013, ist es soweit:

Am Ort des Geschehens wird ein Stolperstein im Straßenpflaster eingelassen und im Pfleghof kommen Menschen aus unserer Stadt zusammen, um an Francis Bioret zu erinnern. Unser Kurs beteiligt sich an dieser Gedenkfeier mit abstrahierenden theatralischen Bildern zum damaligen Geschehen.                                                   

Unserer Aufführung ging ein intensiver Prozess der Beschäftigung und Auseinandersetzung mit diesem Thema voraus. Ein wichtiger Aspekt war zu vermitteln, was es bedeutet, wenn Menschen bei Unrecht wegschauen und nicht eingreifen. Da nur ausgesprochen wenige Informationen über Francis Bioret heute noch greifbar sind, entschlossen wir uns, als Symbol für die Darstellung seiner Person eine von vielen Zeitzeugen hervorgehobene Begebenheit aufzunehmen: Es heißt, dass damals seine Schuhe einfach am Hinrichtungsort zurückgeblieben sind und noch lange dort standen. Was haben sich die Menschen wohl gedacht, wenn sie daran vorbeikamen? Wenn diese Schuhe heute noch da ständen, was wären mögliche Handlungen mit diesen Schuhen? Darüber stolpern? Damit spielen? Sie ordentlich herrichten? - Am Schluss unserer Präsentation stellen wir unsere Schuhe auf der Bühne dazu, als Zeichen, dass wir an der Seite derjenigen stehen, die Menschenrechtsverletzungen erleiden. Das unterstreichen auch zwei selbstverfasste Gedichte, die wir integriert in unsere theatralen Bilder zur emotionalen Verstärkung und Vergegenwärtigung des damaligen Geschehens vorgetragen haben.

Verena Küther und Kerstin Grevel.

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